Zugang zum Training und Motivation

In Kooperation mit den Multiplikator*innen und dem Bezugssystem (Eltern/­Angehörige, Mitarbeiter*innen des Jugendamts oder Fachkräfte wie z.B. die Schul­sozialarbeit) werden spezifische Ansprache- und Motivationsstrategien sowie die institu­tionellen Rahmen­bedingungen besprochen. Die Teilnahme am DisTanZ-­Training ist insofern freiwillig, als dass der*die Jugendliche nach den Trainings-­Vorgesprächen mit darüber entscheidet, ob eine Trainings­teilnahme für ihn oder sie infrage kommt. Das Finden individueller Motivationslagen, persönlicher Ziele und damit der Zugang zum Training als Unterstützungs­leistung sind Aspekte der Vorgespräche, die zwischen DisTanZ-­Trainer*innen und dem*der Jugendlichen geführt werden. Hierbei wird das Bezugs­system einbezogen.

Einbindung in das Regelsystem

Es wird angestrebt, das Training an bestehende Regel­strukturen wie z.B. die Hilfen zur Erziehung anzubinden, um die Verbindlichkeit des Trainings zu unterstützen. Die Anbindung an das Regelsystem ist darüber hinaus für die Nachhaltigkeit des Trainings wichtig: Das Bezugs- und Regelsystem kann in der eigenen Arbeit an den Prozess und die Erfolge des Trainings anknüpfen und auf diesen aufbauen.

Das Training kann angebunden werden als

  • pädagogische Maßnahme oder Ordnungsmaßnahme an der Schule nach § 51 ThürSchulG
  • Maßnahme über Hilfen zur Erziehung, z.B. nach § 27-31 SGB VIII
  • Maßnahme im Strafvermeidungsverfahren nach § 10 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 JGG
  • Einzeltraining als Form des Erziehungsbeistandes nach § 30 SGB VIII

Diese externen Rahmenbedingungen sind vor allem für den Zugang und die erste Motivation wichtig und erhöhen die Verbindlichkeit.

Die Motivation als entscheidendes Moment

Entscheidend für die dauerhafte innere Motivation von jungen Menschen ist es aber, dass das Trainingsangebot von den Jugendlichen als individuelle Chance und Ressource wahrgenommen wird. Es hat sich in der Evaluation des DisTanZ-­Trainings gezeigt, dass der partizipatorische Ansatz des Trainings dazu geeignet ist, auch bei zunächst wenig motivierten Jugendlichen "Turning Points" in der Motivation her­zustellen. Ein Ausgangs­punkt für die Motivation des jungen Menschen kann der jugend­kulturelle Ansatz sein, d.h. sich im Training mit lebens­weltorientierten Themen wie Skaten, Musik oder DJing auseinander zu setzen. Ein DisTanZ-­Training kann bei hoher Motivation auch als freiwillige Maß­nahme ohne An­bindung an das Regelsystem absolviert werden.